Dun & Bradstreet

Wie Sie Zahlungsausfällen vorbeugen – Lehren aus der Signa-Pleite

Kreditgeber und Gläubiger der insolventen Signa-Gruppe von René Benko dürften auf rund 70 Prozent ihrer Forderungen sitzen bleiben. Unnötigerweise. Denn unsere Best-Practice-Tipps zeigen Ihnen, wie Sie Zahlungsausfälle mit einer lückenlosen Firmenüberwachung vermeiden und wie sie dabei auch riskante Unternehmensverflechtungen im Blick behalten.

Der Zusammenbruch der Immobilien- und Handelsgruppe Signa ist die größte Insolvenz in der Wirtschaftsgeschichte Österreichs. Die damit verbundenen finanziellen Schäden gehen jedoch weit über die Grenzen der Alpenrepublik hinaus. 

Gläubiger aus der ganzen Welt, von den USA über Europa nach Neuseeland, haben mittlerweile Forderungen von 15,1 Milliarden Euro geltend gemacht. Und sollten weitere der rund 1000 Signa-Einzelgesellschaften fallen, dürfte die Liste der Gläubiger schnell länger werden. 

 

Soforthilfe: Überprüfen Sie Ihre Geschäftspartner mit Ihren Unternehmensverflechtungen, um Zahlungsausfälle zu vermeiden.

Nehmen Sie Kontakt zu unseren Experten auf, die das Thema Risikomonitoring eingehend mit Ihnen erörtern und konkrete Lösungsvorschläge für Ihr Anliegen erarbeiten.

Analyse von Dun & Bradstreet: Geschäftspartner und Lieferanten weltweit betroffen

Wie groß das Risiko von Zahlungsausfällen ist, veranschaulicht eine interne Analyse von Dun & Bradstreet, die länder- und branchenübergreifend 611 Signa-Gesellschaften sowie deren Geschäftspartner und Lieferanten untersucht hat. 

Sie zeigt zum einen, dass vor allem Banken, Versicherungen und Finanzinstitute zu den Gläubigern von Signa gehören.

Datenquelle: Dun & Bradstreet Data Cloud

Zum anderen verdeutlicht die Analyse, dass die Folgeschäden der Signa-Insolvenz nicht nur Lieferanten in Österreich und Deutschland treffen, sondern über Europa hinaus bis nach Neuseeland reichen.

Datenquelle: Dun & Bradstreet Data Cloud

Die Analyse wurde von unseren Experten auf der Grundlage von Daten der Dun & Bradstreet Data Cloud durchgeführt, die über 500 Mio Unterhemen enthält.

 

Anzeichen für den Abstieg

Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen? 

Das von René Benko geschaffene Firmengeflecht ist in der Niedrigzinsphase stark gewachsen. Allein die Signa Prime Selection AG besitzt heute nach eigenen Angaben hochkarätige Innenstadt-Immobilien im Gesamtwert von rund 20 Milliarden Euro. Zudem ist Signa Eigentümer von Galeria Kaufhaus und war an mehreren B2C-Plattformen für Sport- und Modeartikel beteiligt.

Steigende Zinsen, Energie- und Baukosten sorgten jedoch für ein schnelles Ende des rasanten Aufstiegs und für eine deutliche Abwertung des Immobilienbestands. Die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg gaben der Gruppe schließlich den Rest. Die Konsumlaune sackte in den Keller. Das Konzept der Holding, ihre Kaufhäuser teuer zu vermieten, ging nicht mehr auf

Nun sollen dem Sanierungsplan zufolge alle Vermögenswerte der Gruppe innerhalb von drei bis fünf Jahren verkauft werden, um wenigstens 30 Prozent der anerkannten Forderungen begleichen zu können.  

 

Aktuelle Finanzdaten und konstantes Monitoring schützen vor Zahlungsausfällen

Die Signa-Insolvenz zeigt, wie schnell sich der Absturz eines einzelnen Unternehmens zu einem Flächenbrand in sehr vielen anderen Branchen ausweiten kann. Zudem führt sie eindringlich vor Augen, wie wichtig es für das eigene Überleben ist, die Bonität des Geschäftspartner-Portfolios lückenlos und täglich zu überprüfen – unabhängig davon, wie lange die Zusammenarbeit bereits besteht und in welchen Branchen sie stattfindet. Denn die Risiken werden nach der Signa-Pleite keineswegs kleiner, im Gegenteil.

Militärische Konflikte, Handelsschranken, hohe Zinsen, Preissteigerungen und gestörte Lieferketten setzen derzeit ganze Wirtschaftszweige massiv unter Druck. Zwar sind die globalen Cashflow-Reserven nach wie vor hoch. Sie schrumpfen jedoch schneller als in den Jahren zuvor. Damit wächst das Risiko von Zahlungsverzögerungen und -ausfällen – nicht nur in der Immobilienbranche, sondern weit darüber hinaus.

 

Top-Priorität für Kreditmanagers 

Forderungs- und Kreditmanager sollten das Thema Risikomonitoring deshalb ganz oben auf ihre Agenda setzen. Im Idealfall kommen dabei neben internen Daten auch externe Finanzdaten und darin enthaltene Zusatzinformationen zum Einsatz. Sie ermöglichen eine umfassende und objektive Risikobewertung. Zum Beispiel, indem sie internationale Firmenverflechtungen transparent machen, Veränderungen im Management oder im Zahlungsverhalten aufzeigen und bei der Analyse neben harten Finanzfakten auch „weiche“ Faktoren wie Branchen-Trends, Börsennachrichten und juristische Vorfälle einfließen lassen – also Indikatoren berücksichtigen, die bei der Bonitätsbewertung von Signa bereits frühzeitig zu einer deutlich kritischeren Einschätzung geführt hätten.

 

Risiken überwachen und ausschalten:  3 Expertentipps gegen Zahlungsausfälle

Organisationen, die umfassende und aktuelle Finanzdaten für ein lückenloses Risikomonitoring nutzen, können drohende  Zahlungsausfälle schneller erkennen und rechtzeitig geeignete Gegenmaßnahmen von geänderten Zahlungszielen bis zum Lieferstopp ergreifen. Die folgenden 3 Expertentipps zeigen Ihnen, worauf es dabei ankommt: 

1. Nehmen Sie Ihre Stammdaten unter die Lupe

Kein Unternehmen kann aussagekräftige und zuverlässige Bonitätsprüfungen auf der Basis von minderwertige Daten durchführen. Das lässt sich ändern, indem sie Ihre Stammdaten nach doppelten, falschen, fehlenden sowie veralteten Einträgen durchsuchen und bereinigen.  Je nach Aufwand kann Dun & Bradstreet Ihnen einen Großteil der Arbeit durch ein Matching Ihrer Datensätze abnehmen. 

Ordnen Sie dazu einfach jedem Ihrer Geschäftspartner eine D-U-N-S® Nummer zur weltweit eindeutigen Identifizierung zu und liefern Sie ihre Daten als Liste an Dun & Bradstreet. Nach einem Abgleich mit Daten zu 500 Millionen Unternehmen in 200 Ländern erhalten Sie die Liste bereinigt zurück – auf Wunsch angereichert mit zusätzlichen Risiko-relevanten Informationen und per Schnittstelle direkt in Ihr ERP-System.

2. Identifizieren Sie Risiko-Hotspots

Systematisieren Sie ihre Risikobewertung, indem Sie ihre Geschäftskunden in verschiedene Risikogruppen einteilen, etwa mit einem Ampelsystem. Abhängig davon, wie viel Umsatz  Sie mit den jeweiligen Geschäftspartnern erwirtschaften, können Sie anschließend Ihre Kontrollintervalle anpassen. Dabei gilt: Gelb und rot markierte Unternehmen, mit denen große Umsätze erzielt werden, sollten möglichst engmaschig überwacht werden. Rutscht ein Geschäftspartner in eine schlechtere Risikoklasse ab, weil er Rechnungen zu spät bezahlt oder schwache Finanzzahlen veröffentlicht hat, lassen sich sofort passende Maßnahmen einleiten, zum Beispiel das Kreditlimit reduzieren, Zahlungsziele anpassen oder die geeignete Inkassostrategien umsetzen.

3. Kombinieren Sie ihre internen Insights mit externer Analytik-Expertise 

Nutzen Sie für geschäftskritische Risikobewertung neben eigenen Daten möglichst immer auch externe Finanzdaten und Risikoinformationen, zum Beispiel einfach nutzbare Tools wie der Failure Score oder Paydex® von Dun & Bradstreet. So lässt sich am Failure Score auf einen Blick ablesen, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein Unternehmen in den kommenden 12 Monaten seine Tätigkeiten einstellt oder in die Insolvenz rutscht. Paydex® wiederum leistet wertvolle Dienste beim Aushandeln von Zahlungskonditionen. Dazu sammelt der Score. Erfahrungen aus der Vergangenheit und zeigt auf einer Skala von 1-100, wie zuverlässig ein Unternehmen in den letzten Monaten seine Rechnungen beglichen hat.

Datenquelle: Dun & Bradstreet Data Cloud

 

3-Top-Learnings für jeden Kreditmanager

Zusammengefasst sollten Sie vor allem diese drei Punkte beachten:

  • Halten Sie Ihre Stammdaten auf dem neuesten Stand und optimieren Sie die Vorhersage Ihrer Außenständen anhand der DSO, damit Sie versteckte Klumpenrisiken durch Unternehmensverflechtungen besser erkennen.

  • Überwachen Sie die Glaubwürdigkeit Ihres Geschäftspartnerportfolios. Dadurch können Sie proaktiv auf vorhersehbare Risiken reagieren.

  • Kombinieren Sie interne Erfahrungen mit externem Analyse- und Benchmarking-Know-how für eine 360-Grad-Sicht auf vorhandende und potenzielle Risiken.

Soforthilfe: Überprüfen Sie Ihre Geschäftspartner mit Ihren Unternehmensverflechtungen, um Zahlungsausfälle zu vermeiden.

Nehmen Sie Kontakt zu unseren Experten auf, die das Thema Risikomonitoring eingehend mit Ihnen erörtern und konkrete Lösungsvorschläge für Ihr Anliegen erarbeiten.

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