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Diese sechs Versicherungstrends prägen das Jahr 2026

Von Dun & Bradstreet
10. März 2026
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Im Jahr 2026 stehen Versicherer vor einer anspruchsvollen Lage aus wirtschaftlicher Unsicherheit, regulatorischem Wandel und rasanten Fortschritten in der Künstlichen Intelligenz. Cyberrisiken, Margendruck und steigende Anforderungen an das Datenmanagement verändern Underwriting, Risikosteuerung und die operative Widerstandsfähigkeit grundlegend. Laut Nando Freyberg von Dun & Bradstreet, zeichnen sich sechs zentrale Trends ab, die prägen werden, wie Versicherer in ganz Europa Risiken managen, ihre Rentabilität sichern und Vertrauen in einem zunehmend komplexen Umfeld aufbauen.

1. Cyberrisiko und Betrug werden zu zentralen Versicherungsrisiken

Cyber- und Betrugsrisiken haben sich von neuen Bedrohungen zu zentralen Handlungsfeldern für Versicherer entwickelt. Mehr als 80 Prozent der Führungskräfte in der Versicherungsbranche äußern große Sorge in den Bereichen Cyberrisiken, Betrug und Compliance. Zugleich räumt ein erheblicher Teil ein, noch nicht ausreichend vorbereitet zu sein. Mit der zunehmenden Komplexität der Angriffe wächst daher die Bedeutung hochwertiger und gut gesteuerter Daten. Sie sind entscheidend, um Betrug frühzeitig zu erkennen, Risiken präzise zu bewerten und sowohl das eigene Geschäft als auch Kunden wirksam zu schützen.

2. Margendruck erzwingt einen neuen Fokus auf operative Effizienz

Ein sich abschwächendes Marktumfeld, steigende Rückversicherungskosten und höhere Kapitalanforderungen setzen die Margen im Versicherungssektor zunehmend unter Druck. Vor diesem Hintergrund gewinnt Effizienz eine neue Bedeutung: Für 75 Prozent der Versicherer, die wachsende Wettbewerbsbedrohungen sehen, ist sie längst nicht mehr nur ein Instrument zur Kostensenkung, sondern ein zentraler strategischer Hebel. Entsprechend treiben Versicherer die digitale Transformation und datengetriebene Prozessoptimierung voran. Gleichzeitig stehen sie aber vor der Herausforderung, gewachsene IT-Landschaften zu modernisieren, da Altsysteme häufig die Integration erschweren und Innovation verlangsamen.

3. Data Governance rückt in den Mittelpunkt der regulatorischen Compliance

Die zunehmende regulatorische Angleichung in Europa verschärft die Anforderungen an den Umgang mit Daten im Versicherungssektor. Das Zusammenspiel aus EU-KI-Gesetz, DORA und veränderten aufsichtsrechtlichen Erwartungen macht Daten zu einem regulierten Gut – nicht mehr nur zu einer operativen Ressource. Von Versicherern wird zunehmend erwartet, Transparenz, Nachvollziehbarkeit und klare Verantwortlichkeiten über den gesamten Datenlebenszyklus hinweg nachzuweisen. Gleichzeitig fehlt vielen Unternehmen weiterhin das Vertrauen in ihre datenbasierten Entscheidungen. Unklare Datenqualität und unzureichend dokumentierte Herkunft erschweren die Überwachung der Compliance und erhöhen das Risiko regulatorischer Verstöße.

4. Die Einführung von KI beschleunigt sich, aber Rechenschaftslücken bleiben bestehen

Künstliche Intelligenz steht weiterhin ganz oben auf der strategischen Agenda der Versicherer. Für 2026 zählen sowohl KI als auch eine umfassende digitale Transformation zu den wichtigsten Prioritäten (39 Prozent beziehungsweise 36 Prozent). Gleichzeitig setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass der Mehrwert von KI untrennbar mit der Qualität der zugrunde liegenden Daten, dem Automatisierungsgrad und wirksamen Kontrollmechanismen verbunden ist.

Während die Anwendungsfälle in Bereichen wie Underwriting, Risikoprävention und Kundensegmentierung weiter zunehmen, bleibt das Umsetzungsrisiko hoch. Anhaltende Herausforderungen in der Cybersicherheit, Defizite in der Datenqualität und fragmentierte Systemlandschaften erschweren den zuverlässigen Einsatz – insbesondere vor dem Hintergrund steigender regulatorischer Anforderungen an Transparenz, Governance und Nachvollziehbarkeit KI-gestützter Entscheidungen. Die größte Rendite erzielen jene Versicherer, die technologische Innovation mit klaren Governancestrukturen, integrierten Datenplattformen und einem konsequenten Fokus auf Erklärbarkeit und Transparenz verbinden.

5. Kundenerwartungen treiben die Nachfrage nach nahtlosen, datenbasierten Erlebnissen an

Versicherungskunden erwarten zunehmend digitale, personalisierte und eingebettete Erlebnisse, dennoch verlassen sich viele Versicherer weiterhin auf manuelle Onboarding-, Bindungs- und Berichtsprozesse. Diese Einschränkungen beeinträchtigen das Kundenerlebnis und schränken das Wachstum ein. KI-gesteuerte Segmentierung und Risikoanalysen werden zum Standard, aber ihre Effektivität hängt von genauen, Echtzeit- und gut verwalteten Datengrundlagen ab.

6. Regionale Dynamiken heben den Wert von Datenpartnerschaften hervor

Das Tempo des Wandels variiert in ganz Europa, wobei Nordeuropa im digitalen und KI-getriebenen Underwriting führend ist, während stärker regulierte Märkte mehr Wert auf Compliance, Transparenz und vertretbare Risikoanalysen legen. Versicherer erkennen zunehmend, dass keine einzelne Organisation diese Anforderungen allein erfüllen kann. Regulatorische Erwartungen, Datenanforderungen und Risikorisiken setzen sich weiterhin zwischen den Märkten auseinander. Partnerschaften mit vertrauenswürdigen Datenanbietern werden zu einem strategischen Ermöglicher – sie helfen Versicherern, die Datenqualität zu stärken, sich ändernde regulatorische Erwartungen zu erfüllen und Innovationen mit größerem Vertrauen zu skalieren. Der Zugang zu zuverlässigen und gut verwalteten Daten ermöglicht schnellere Entscheidungen, stabilere Abläufe und eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig hilft er Versicherern, steigende aufsichtsrechtliche Anforderungen in einem fragmentierten und dynamischen Marktumfeld zu erfüllen.


+41 (0) 44 735 61 11

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