Wien – Die weltweite wirtschaftliche Zuversicht ist für das dritte Quartal 2025 weiter zurückgegangen. Der Global Business Optimism Index (GBOI) von Dun & Bradstreet sank im Vergleich zum Vorquartal um 6 Prozent. Hauptursachen sind geopolitische Unsicherheiten, eine Verlangsamung des Handels, Zollunsicherheit und nachlassende Absätze.
Der Rückgang zieht sich durch nahezu alle Indexbereiche: Die finanzielle Zuversicht ist weltweit um 3 Prozent gesunken. Auch bei Themen wie Lieferkettenstabilität (-10 Prozent) und ESG-Engagement (0 Prozent, nach -3 Prozent im Vorquartal) zeigen sich stagnierende oder rückläufige Trends. Besonders auffällig: In Deutschland sank der Geschäftsklimaindex um 11 Prozent, in der Schweiz um 18 Prozent – ein Indiz, dass auch wirtschaftlich starke Länder unter erhöhtem Anpassungsdruck stehen.
„Die rückläufigen Werte spiegeln eine Verunsicherung wider – ausgelöst durch geopolitische Spannungen, strukturelle Herausforderungen und wirtschaftliche Unsicherheiten im In- und Ausland. Viele Unternehmen überdenken angesichts der globalen Lage ihre Investitionsprioritäten und setzen verstärkt auf Resilienz“, sagt Isabella Blüml, Commercial Director & Managing Director Österreich bei Dun & Bradstreet.
Der Global Supply Chain Continuity Index fiel weltweit um 10 Prozent – ein Rückschritt nach anfänglicher Erholung. Besonders betroffen sind europäische Industrienationen wie Deutschland und Frankreich (jeweils -26 Prozent), was auf eine wachsende Nervosität in globalen Liefernetzwerken hinweist. Dieser Trend zeigt sich in vielen Schlüsselbranchen wie Automobilbau (-36 Prozent), Elektronik (-17 Prozent) sowie Transport (-18 Prozent). Die Entwicklung verdeutlicht, dass tiefgreifende systemische Herausforderungen die Widerstandsfähigkeit globaler Lieferketten anhaltend belasten.
Viele Unternehmen außerhalb der USA reagieren bereits auf diese Unsicherheit, indem sie nach alternativen Märkten suchen. Besonders gefragt sind die Europäische Union (29 Prozent) und Asien ohne China (15 Prozent). Nur 5 Prozent setzen vorrangig auf China.
Der Global Business ESG Index stagniert weltweit, zeigt aber in Europa überwiegend negative Trends. Deutschland fällt mit einem Minus von 12 Prozent besonders stark zurück, während Länder wie Frankreich (-3 Prozent) und die Schweiz (-4 Prozent) moderat sinken und Italien (+8 Prozent) zulegt.
Während mittelgroße Unternehmen in Schwellenländern deutliche ESG-Fortschritte zeigen, kämpfen große Firmen in Industrienationen zunehmend mit der Umstellung auf neue Berichts- und Offenlegungspflichten.
„Nachhaltigkeitsinitiativen geraten derzeit vielfach unter finanziellen Druck – dennoch ist ESG kein kurzfristiger Trend, sondern ein strategischer Erfolgsfaktor. Für Österreichs Unternehmen bleibt nachhaltige Transformation ein entscheidendes Zukunftsthema“, so Blüml.
Den vollständigen Bericht und die dazugehörigen Unterlagen finden Sie hier.
Der Global Business Optimism Insights Report erfasst vierteljährlich die Geschäftserwartungen von 10.000 Unternehmen aus 17 Branchen in 32 Ländern. Fünf Indizes bilden die Entwicklung des allgemeinen Geschäftsoptimismus sowie die Erwartungen zu Lieferkettenstabilität, Finanz- und Investitionsbedingungen und ESG-Initiativen ab. Grundlage sind Befragungen und die Wirtschaftsdatenbank von Dun & Bradstreet. Ein Indexwert über 100 signalisiert eine Verbesserung, ein Wert darunter eine Verschlechterung gegenüber dem Basisjahr.