Aufgrund der aktuellen Herausforderungen durch die Auswirkungen des Ukraine-Krieges und des sich verschärfenden Nahost-Konfliktes, wie beispielsweise die explodierenden Energiepreise, wächst in der Unternehmensführung das Bewusstsein für die Risiken von Zahlungsverzögerungen. Somit werden Themen wie Ausfallvermeidung immer bedeutender.
Die Frage ist, wie wir als Manager, effektiv und einfach Zahlungsausfällen entgegenwirken können.
Kontinuierliche Überwachung der Geschäftspartner auf Basis aktueller Daten über die finanzielle Situation der Kunden ist die Voraussetzung das Geschäft effektiv vor Zahlungsverzögerungen zu schützen. Immer wenn man Entscheidungen trifft, ist es wichtig, korrekte und die neuesten Informationen zur Hand zu haben.
Dun & Bradstreet bietet verschiedene Scores, die Sie über die finanzielle Situation und die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden kontinuierlich informieren. Diese Scores fassen Rohdaten zu präzisen, verständlichen Aussagen zusammen. Das ist besonders wichtig, da Sie keine Zeit haben, endlose Rohdaten zu durchforsten. Die Indikatoren/Scores ermöglichen Ihnen bspw. einen Blick in die Vergangenheit, indem sie zuverlässig anzeigen, wie gut jemand seine Rechnungen beglichen hat (D&B Paydex). Der D&B Failure Score bietet Ihnen eine fundierte Einschätzung zur finanziellen Stabilität in der Zukunft. Anhand dieser Bewertungen können Sie entscheiden, ob Sie Geschäfte mit einem Kunden tätigen möchten und mit welchen Zahlungsbedingungen.
Um zu veranschaulichen, wie realistisch es sein kann, Forderungsausfälle durch höheren Umsatz in Ihrem Unternehmen auszugleichen, betrachten wir eine kurze Analyse.
Angenommen, Ihre Umsatzrendite liegt zwischen 3% und 5%. Die Forderungsausfälle in Bezug auf den Umsatz betragen 0,3% bis 0,5%. Das bedeutet, dass Sie einen zusätzlichen Umsatz von 6% bis 16% benötigen, um die Forderungsausfälle zu kompensieren.
Ein anderes kurzes Rechenbeispiel:
Stellen Sie sich vor, ein Kunde kauft Waren im Wert von 15.000 Euro bei Ihnen. Die Handelsmarge beträgt 2 Prozent. Anstatt den Kunden kontinuierlich zu überwachen, verzichten Sie auf eine finanzielle Analyse, da Sie bereits lange mit diesem Kunden zusammenarbeiten. Leider tritt der schlimmste Fall ein: Der Kunde begleicht die 15.000 Euro nicht, es kommt zum Zahlungsausfall. Jetzt die entscheidende Frage: Wie oft müssen Sie die Marge von 300 Euro erzielen, um den Verlust von 15.000 Euro auszugleichen? Das Ergebnis: Sie müssen die Marge 50 Mal erwirtschaften. Das entspricht einem Umsatz von 750.000 Euro. Um also einen Zahlungsausfall von 15.000 Euro zu kompensieren, benötigen Sie einen beträchtlichen Umsatz.
Werfen Sie einen Blick in die Situation Ihres Unternehmens, checken Sie den bisherigen und geplannten Umsatz und prüfen sie, wie realistisch es ist, ausfallende Forderungen immer durch Umsatzsteigerungen ausgleichen zu können.
Der D&B Failure Score sagt die Wahrscheinlichkeit voraus, dass ein Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten seine Tätigkeiten einstellt oder die Insolvenz erklärt, ohne dabei die Schulden bei seinen Kreditoren zu bezahlen. Der Failure Score verarbeitet für diese Vorhersage eine große Bandbreite an verfügbaren Rohdaten und Informationen wie zum Beispiel Finanzdaten, Finanzkennzahlen, Zahlungsverhalten und -trends, öffentliche Informationen und demografische Daten.
Die mit dem Failure Score ermittelte Ausfallwahrscheinlichkeit ermöglicht es Ihnen, Grenzwerte für Kredit-Entscheidungen festzulegen, die auf ihrer eigenen Kreditpolitik und Risikobereitschaft-basieren. Sie kann verwendet werden, um das erwartete Ausfallsrisiko für jeden Failure Score Wert aufzuzeigen, und hilft Ihnen dabei, die Chancen auf erhöhte Umsätze gegen das damit verbundene Risiko von Forderungsausfällen abzuwägen.
Der D&B Failure Score ist dynamisch, das bedeutet er wird jedes Mal neu berechnet, wenn wir neue Informationen über ein Unternehmen sammeln, oder wenn sich Informationen ändern. So können Sie immer auf den aktuellen Informationsstand der Risikobeurteilung vertrauen.
Es gibt 2 Skalen, die auf dem Failure Score basieren:
Ausfallscore: Auf einer Skala von 1 bis 100 sagt er die Wahrscheinlichkeit voraus, mit der ein Unternehmen in die Insolvenz geht oder – noch schlimmer – seine Geschäftstätigkeit einstellt. Diese Skala eignet sich, um das Portfolio von höchstem zu tiefstem Risiko zu sortieren sowie exakte Grenzwerte für Kreditentscheidungen festzulegen.
Risikolevel: Unterteilung in fünf Risiko-Level: Gering – Gering-Mäßig – Mäßig – Mäßig-Hoch – Hoch. Die Klassen erlauben es, das Portfolio schnell zu segmentieren und für jede Klasse geeignete Kreditpolitik zu definieren.
Die Visualisierung des Failure Scores bekommen sie in D&B Finance Analytics wie im Screenshot unten dargestellt. Er zeigt Informationen über das Unternehmen selbst als auch den Vergleich zur Branche sowie die Trendentwicklung über die letzten zwölf Monate an. Zusätzlich stehen Ihnen auch Kommentare zur Verfügung, die die wichtigsten Einflussfaktoren der Bewertung klar erläutern.
Ein D&B Failure Score von 31 bedeutet, dass das Aufallsrisiko überdurchnittlich ist. Der Ausfallscore 31 steht für eine Ausfallwahrscheinlichkeit von 1,72%. Dies drückt in Prozent die statistisch ermittelte Wahrscheinlichkeit aus, dass diese Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten in die Insolvenz gehen.
Die Unternehmens- und Branchentrends zeigen den historischen Ausfallscore des Unternehmens in den letzten zwölf Monaten und stellen dar, wie er sich im Vergleich zu ähnlichen Unternehmen in derselben Branche verhält. Der Ausfallscore 60 steht für eine unterdurchschnittliche Ausfallwahrscheinlichkeit innerhalb aller Unternehmen in der Branche des angezeigten Unternehmens. Das wiederum bedeutet, dass das angefragte Unternehmen im Vergleich zur Branche eine höhere Ausfallwahrscheinlichkeit aufweist und zu den „schlechteren“ Unternehmen gehört.
Das durchschnittliche Ausfallrisiko der deutschen Unternehmenslandschaft beträgt 2,13 %.
Für ein volles Verständnis der D&B Business Credit Reports laden Sie unbedingt unser Whitepaper herunter. Darin finden Sie die Scores im Detail – inklusive Screenshots – beschrieben.
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