News Studie

Konkurse in Deutschland steigen um vier Prozent

31 Okt 2022

Darmstadt, 31. Oktober 2022 – In den ersten neun Monaten des Jahres 2022 meldeten in Deutschland insgesamt 6.989 Unternehmen Insolvenz an. Das sind 4,0 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, in dem 6.704 Firmenkonkurse verzeichnet wurden. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von Dun & Bradstreet, die die Anzahl der Insolvenzen und Konkurse in der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) untersucht hat.

In zwölf Bundesländern kam es zu einem Anstieg der Unternehmensinsolvenzen, während in vier Bundesländern die Konkurse abnahmen. Die meisten Konkurse gab es in Nordrhein-Westfalen (1.515), wobei hier trotz allem ein Rückgang von sieben Prozent zu verzeichnen ist. Bayern (1.019) und Baden-Württemberg (739) folgen in den absoluten Zahlen und weisen steigende Insolvenzen mit acht bzw. drei Prozent auf. Besonders betroffen ist die Dienstleistungsbranche: Kommerzielle Dienstleistungen schlagen mit 950 Konkursen zu Buche (plus acht Prozent), bei Dienstleistungen der Bauwirtschaft gab es 813 Insolvenzen. Diese verzeichnen auch einen signifikanten prozentualen Zuwachs von 20 Prozent.

Während die Zahl der Insolvenzen insgesamt moderat stieg, zeigt sich im Bereich der Neugründungen ein deutlich anderes Bild. Seit Beginn dieses Jahres wurden deutschlandweit nur noch 85.005 Unternehmen gegründet, 10.184 weniger als im gleichen Zeitraum 2021. Das entspricht einem Minus von elf Prozent. Alle Bundesländer weisen ein deutliches Minus bei den Neugründungen auf. Schleswig-Holstein verzeichnet mit 21 Prozent den stärksten Rückgang, dicht gefolgt von der Gründerhochburg Berlin mit 20 Prozent.

Während in Deutschland bisherige Unterstützungsprogramme zu greifen scheinen, nahmen sowohl in Österreich wie auch in der Schweiz die Unternehmensinsolvenzen deutlich stärker stark zu. Die Schweiz verzeichnete ein Plus von 23 Prozent auf 3.552 Konkurse, in Österreich haben sich die protokollierten Insolvenzmeldungen sogar um 51 Prozent auf 1.692 erhöht. Die Zahl der neu eingetragenen Unternehmen ist in diesen beiden Ländern ebenfalls rückläufig: In den ersten drei Quartalen des Jahres 2022 wurden in Österreich 17.306 Unternehmen neu ins Firmenbuch eingetragen. Damit reduzierte sich die Zahl der Neugründungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fünf Prozent. In der Schweiz wurden von Januar bis September 2022 insgesamt 37.077 neue Firmen im Handelsregister eintragen. Das entspricht einem Rückgang um zwei Prozent.

In der gesamten DACH-Region setzen das kritische wirtschaftliche Umfeld und eine große Unsicherheit im Bereich der Energiesicherheit und Bezahlbarkeit Unternehmen unter Druck. Es ist davon auszugehen, dass die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen trotz Unterstützungsprogrammen zunehmen wird. Besorgniserregend ist auch der abnehmende Gründergeist. In Zeiten, in denen ein dauerhaftes Überleben nicht gesichert ist, ist dies aber auch verständlich.

Lesen Sie die Studie:

Insolvenzen und Neugründungen in DACH Q3 2022