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7 Trends in der Fertigung und Lieferkette, die man im Jahr 2026 im Auge behalten sollte

Von Dun & Bradstreet
27. Januar 2026
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Führungskräfte in der Fertigungsindustrie starten ins Jahr 2026 mit dem Blick auf rasant fortschreitende Technologien, neue regulatorische Anforderungen und veränderte Erwartungen ihrer Kunden. Wer zu den Gewinnern zählen will, muss Daten intelligent nutzen. Nur wer verlässliche und einheitliche Informationen in konkrete Entscheidungen umsetzt, kann KI sinnvoll einsetzen, regulatorische Anforderungen effizient erfüllen und widerstandsfähige, flexible Lieferketten aufbauen.

Björn Gerster von Dun & Bradstreet teilt seine wichtigsten Trends, die den Sektor in diesem Jahr verändern werden. Dazu zählen die Bedeutung verlässlicher Daten und der Einsatz von KI sowie der Umgang mit immer komplexeren Vorschriften und der Aufbau robuster Lieferketten. Hinzu kommen neue Kundenerwartungen, das Management finanzieller Risiken und die gezielte Förderung digitaler Kompetenzen.

1. Daten als Grundlage für Transformation

In der Fertigung bilden saubere, verifizierte und konforme Daten das Fundament für operative Exzellenz und Risikomanagement. Dennoch fühlen sich nur 36 Prozent der Hersteller mit ihren Daten zuversichtlich, und 44 Prozent haben erlebt, wie KI-Projekte aufgrund schlechter Datenqualität gescheitert sind. Mehr als die Hälfte (51 Prozent) berichtet von doppelten Daten und Silos, und nur ein Drittel (33 Prozent) investiert in einheitliche Datenplattformen. Schlechte Datenqualität verzerrt Erkenntnisse, beeinträchtigt prädiktive Modelle und untergräbt das Vertrauen in Analysetools. Da Hersteller in diesem Jahr KI und fortschrittliche Analysen einführen, ist eine robuste Datenverwaltung wichtiger denn je. Hochwertige Daten ermöglichen vorausschauende Wartung, Szenarioplanung und Echtzeit-Risikoüberwachung. Dies führt zu einer nahtlosen Zusammenarbeit über die gesamte Wertschöpfungskette. Wenn Hersteller in gute und einheitliche Daten investieren, können sie Veränderungen im Markt früh erkennen, Innovationen schneller umsetzen und Vertrauen bei Partnern und Kunden stärken.

2. KI: Unterstützung menschlicher Expertise und fundierter Entscheidungen

KI gestaltet Produktionsbereiche und Kontrollzenten der Lieferkette neu, ermöglicht Echtzeit-Risikoüberwachung und autonome Entscheidungsfindung. Dies geschieht, indem sie Netzwerke transparent macht, finanzielle, ESG‑, Cyber- und geopolitische Risiken sichtbar aufzeigt sowie Routineaufgaben automatisiert. Diese Fähigkeiten basieren jedoch auf einer soliden Grundlage aus genauen, zeitnahen und integrierten Daten. Ohne sie können selbst die fortschrittlichsten Algorithmen Signale falsch interpretieren oder Fehler verstärken. Deshalb sollten Hersteller in Datenqualität und Governance investieren, parallel zur Einführung von KI. Wenn KI auf verlässlichen Daten basiert und durch menschliche Expertise gesteuert wird, unterstützt sie Teams dabei, vom reaktiven Handeln zur strategischen Planung überzugehen. Gleichzeitig hält sie Fachkräfte über komplexe Handels‑, Sanktions‑ und politische Veränderungen auf dem Laufenden und automatisiert Routineaufgaben.

3. Regulatorische Komplexität und Compliance

Regulatorische Veränderungen sind die größte Herausforderung für ein Drittel der Führungskräfte in der Fertigung. Vom EU Green Deal und CSRD über den Digital Product Passport, das EU-KI-Gesetz, verschärfte Cyber-Regeln bis hin zu sich wandelnden Exportkontrollen – der regulatorische Wandel beschleunigt sich. Hersteller benötigen prüfbare, harmonisierte Daten, um ESG-Kennzahlen, Produktherkunft und Lieferantencompliance zu verfolgen. So verwandeln sie automatisierte Berichterstattung und Governance zu strategischen Vorteilen.

4. Aufbau widerstandsfähiger und agiler Lieferketten

Geopolitische Unsicherheiten und Handelsstörungen veranlassen Unternehmen, Nearshoring und die Lokalisation ihrer Lieferketten stärker zu priorisieren. GanzheitlicheTransparenz über Tier 1 hinaus ist heute entscheidend für Resilienz und Agilität in einem sich schnell verändernden Umfeld, doch nur 18 Prozent überwachen die Einhaltung über Tier 3 hinaus. Die Einbettung von Analysen für Risikomodellierung, Szenariotests und schnelle Reaktionen schafft Lieferketten, die Schocks standhalten und Chancen nutzen.

5. Weiterentwicklung der Kundenerwartungen

Anpassung, Geschwindigkeit, Nachhaltigkeit und Transparenz sind Grundanforderungen. Kunden erwarten maßgeschneiderte Produkte, schnelle Lieferung und klare Belege für ethische Herkunft. Dennoch überwachen nur 11 Prozent der Hersteller ihre gesamte Lieferkette, und 70 Prozent haben Schwierigkeiten, mit aktuellen Daten alternative Lieferanten zu finden. Wenn Hersteller in diesem Jahr und darüber hinaus bei den Kunden gewinnen wollen, müssen sie Daten- und Sichtbarkeitslücken schließen, Echtzeit-Einblicke und Herkunftsangaben liefern, um steigende Erwartungen zu erfüllen und dauerhaftes Vertrauen aufzubauen.

6. Finanzielles Ausfallrisiko und Liquiditätsmanagement

Die makroökonomische Unsicherheit erhöht das Risiko von Insolvenzen und Zahlungsausfall in allen Lieferketten. Bei Nettomargen von rund 10 Prozent erfordert ein Zahlungsausfall oft das Zehnfache des ursprünglichen Umsatzes, um den Verlust auszugleichen – eine unrealistische Erwartung. Daher sind proaktive Bonitätsprüfungen, laufende Überwachung, Lieferkettenfinanzierung, Factoring und Eigentumsvorbehaltsklauseln entscheidend. Diversifizierte Kundenportfolios und das Management digitaler Forderungen sind entscheidend, um die Liquidität zu sichern und Resilienz aufzubauen.

7. Der Talentfaktor

Während die Technologie die Branche verändert, sind neue Fähigkeiten stark gefragt. Während 43 Prozent der Hersteller Automatisierung übernommen haben, verlassen sich ein Drittel (34 Prozent) weiterhin auf manuelle Prozesse. Wenn Hersteller auf das Jahr 2026 blicken, wird der Aufbau von Fähigkeiten in Analytics, Governance und KI entscheidend sein. Diese Fähigkeiten ermöglichen es Unternehmen, datenbasierte Werkzeuge zu nutzen, Routineaufgaben zu automatisieren und Mitarbeiter für wertvollere Aufgaben freizustellen.

Indem sie diese Trends annehmen und in die richtigen Fähigkeiten investieren, können sich Hersteller für Resilienz, Innovation und Wachstum im Jahr 2026 und darüber hinaus positionieren.


+49 (0) 69 2044 600 901

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