Die Unternehmenslandschaft in Deutschland zeigt zum Jahresauftakt 2026 ein stabiles, aber angespanntes Bild: Während die Zahl der Neugründungen von registerlich eingetragenen Unternehmen leicht steigt, setzen die Insolvenzen ihren Aufwärtstrend fort. Im ersten Quartal 2026 wurden insgesamt 41.219 Unternehmen neu gegründet, ein Plus von 1 Prozent gegenüber Q1/2025. Gleichzeitig stiegen die Insolvenzen auf 4.514 Fälle, was einem Anstieg von +8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dies zeigt eine aktuelle Analyse von Dun & Bradstreet.
Die Entwicklung deutet auf eine anhaltende Marktbereinigung hin, bei der sich wirtschaftliche Erholung und strukturelle Belastungen überlagern. Trotz erster konjunktureller Stabilisierung bleibt das Umfeld für viele Unternehmen herausfordernd. Seit 2022 haben sich die Insolvenzzahlen nahezu verdoppelt, was auf eine längerfristige Anpassung der Unternehmenslandschaft hindeutet. Gleichzeitig bleibt die Gründungsdynamik auf vergleichsweise hohem Niveau und signalisiert weiterhin unternehmerische Aktivität.
Regional zeigt sich ein differenziertes Bild. Zu den Bundesländern mit der stärksten Gründungsdynamik zählen Hamburg (+10 Prozent), Nordrhein-Westfalen (+5 Prozent) und Sachsen (+5 Prozent). Rückläufig ist die Entwicklung hingegen in Brandenburg (-9 Prozent) und Niedersachsen (-6 Prozent). Bei den Insolvenzen sind insbesondere kleinere Bundesländer stark betroffen. Bremen verzeichnet mit +49 Prozent den höchsten relativen Anstieg, gefolgt vom Saarland (+31 Prozent). Die größten absoluten Zuwächse verzeichnen Hessen (+75 Konkurse) und Bayern (+56 Konkurse).
„Deutschland befindet sich 2026 in einer Phase der Marktbereinigung: Die Insolvenzen werden vermutlich weiter steigen, während die Gründungsdynamik vergleichsweise stabil bleibt. Das spricht für eine strukturelle Anpassung der Unternehmenslandschaft“, sagt Stefan Kuhlmann, Commercial Director Deutschland bei Dun & Bradstreet. „Die wirtschaftliche Erholung bleibt fragil. Zwar zeigen einzelne Indikatoren eine leichte Verbesserung, gleichzeitig bremsen Faktoren wie Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und schwache externe Nachfrage die Entwicklung. Für 2026 wird daher lediglich ein moderates Wachstum erwartet.“
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