Dun & Bradstreet

Finanzdienstleistungen & Versicherungen: Risiko, Resilienz & Bereitschaft

Finanzdienstleistungen und Versicherungen Umfrage 2025

Dieser Bericht präsentiert eine für Deutschland und die Schweiz spezifische Momentaufnahme der Finanzdienstleistungs- und Versicherungsbranche (FS&I), basierend auf der aktuellen Umfrage von Dun & Bradstreet unter 2.000 Führungskräften in wichtigen Märkten in Europa und den USA. 

Während der vollständige globale Bericht einen breiteren Überblick über verschiedene Regionen bietet, konzentriert sich dieser Teaser ausschließlich darauf, wie 500 Unternehmen in Deutschland und der Schweiz auf zunehmende Bedrohungen, sich wandelnde Datenherausforderungen und die beschleunigte digitale Transformation reagieren. Er gibt einen Einblick in die Stimmungslage und darauf, wie sie sich auf die nächsten 12 Monate vorbereiten. 


Perspektive Deutschland 

Betrug und Cyberrisiken bereiten Sorgen und lassen Unternehmen unvorbereitet zurück 

Die deutsche FS&I-Branche ist sich zunehmend der traditionellen als auch neueren Bedrohungen durch Drittparteien bewusst – insbesondere Betrug und Cyberrisiken. Trotz erhöhten Investitionen in diesen Bereichen fühlen sich viele Unternehmen nicht ausreichend gerüstet. 

Betrug 

  • 73 % der Versicherer und 65 % der Banken sehen Betrug als zentrales Risiko. 64 % der Versicherer und 61 % der Banken sind heute besorgter über Betrugsrisiken als noch vor 18 Monaten. 
  • 42 % der Versicherer und 33 % der Finanzunternehmen geben an, dass zunehmender Betrug ihre größte Sorge für 2026 sein wird. 
  • Diese Sorge besteht trotz erhöhter Investitionen: 50 % der Versicherer und 54 % der Finanzinstitute haben in Lösungen zur Betrugsbekämpfung investiert. 

Cyberrisiken

  • 75 % der Versicherer und 67 % der Banken sind besorgt über Cyberrisiken; davon sind 63 % heute besorgter als vor 18 Monaten. 37 % der Versicherer und 41 % der Banken fühlen sich derzeit nicht ausreichend vorbereitet.
  • 48 % der Versicherer und 57 % der Finanzdienstleister sehen Cyberrisiken als größte Bedrohung in den nächsten 12 Monaten.
  • Von denjenigen, die besorgt sind, haben 49 % der Versicherer und 61 % der Banken ihre Investitionen in Lösungen zur Risikominderung erhöht.

Die häufigsten Hindernisse für das Risikomanagement in deutschen FS&I-Unternehmen sind regulatorische Einschränkungen (35 %), Zeitmangel (32 %) und begrenzte Budgets (30 %). Bei Versicherern spielen auch der Mangel an externen Partnern und die Schwierigkeit, das Risiko zu messen und zu quantifizieren, eine Rolle. 


Risiken durch Dritte: Eine kostspielige Schwachstelle 

Mangelhaftes Drittparteirisikomanagement kostet deutsche Finanz- und Versicherungsunternehmen auf vielfältige Weise: 

  • 81 % der Versicherer und 94 % der Finanzdienstleister haben negative Auswirkungen durch unzureichende Vorbereitung auf Drittparteirisiken erlebt. 
  • Hauptfolgen für Versicherer sind finanzielle Verluste (39 %), entgangene Chancen (37 %) und erhöhte Mitarbeiterfluktuation (35 %). 
  • Banken berichten Ähnliches: 51 % haben finanzielle Verluste erlitten, 37 % Chancen verpasst und 25 % eine erhöhte Fluktuation festgestellt. 
  • Durchschnittliche finanzielle Belastung für die FS&I-Branche: knapp 1,5 Millionen USD / ca. 1,3 Millionen EUR. 

Trotz dieser Risiken verlassen sich viele deutsche FS&I-Unternehmen auf nicht verifizierte Datenquellen. Fast drei Viertel (72 %) der Versicherer und 49 % der Finanzdienstleister nutzen regelmäßig Suchmaschinen oder KI-Tools zur Risikobewertung von Drittparteien. Weniger als 4 % verwenden diese Methode selten oder nie. 


KI, digitale Transformation und Risikominderung 

Deutsche FS&I-Führungskräfte setzen in den nächsten 12 Monaten klare Prioritäten bei der digitalen Transformation und dem Einsatz von KI: 

  • Top-Prioritäten für Finanzdienstleister 2026: Digitale Transformation und Technologieinvestitionen (41 %), KI-Innovation (39 %), Wachstum in neuen und bestehenden Märkten (36 %). 
  • Top-Prioritäten für Versicherer 2026: KI-Innovation (34 %), digitale Transformation und Technologieinvestitionen (33 %), Wachstum (33 %). 

Doch der aktuelle Stand der Technologieeinführung, regulatorische Herausforderungen und Risiken durch schlechte Datenqualität gefährden den Fortschritt. Eine solide, gut verwaltete Datenbasis ist entscheidend für erfolgreiche KI- und Digitalisierungsinitiativen. Ohne diese wird die Technologieeinführung weiterhin ins Stocken geraten. 

  • 71 % der Finanzdienstleister und 63 % der Versicherer nutzen ausschließlich eigene Daten in automatisierten Systemen. 38 % der Banken und 40 % der Versicherer greifen auf Drittanbieter zurück, um verifizierte Informationen zu erhalten und Datenlücken zu schließen. 
  • Im Durchschnitt sind nur 34 % der Kernprozesse bei Finanzdienstleistern und 46 % bei Versicherern (einschließlichRisikobewertung, Underwriting, Kunden-Onboarding, Marketing) weitgehend automatisiert. 
  • 41 % der deutschen Unternehmen nennen die Vorbereitung auf mögliche regulatorische Änderungen durch KI als eines ihrer Hauptanliegen. 
  • Nur 33 % der Versicherer und 39 % der Finanzdienstleister fühlen sich in der Lage, auf Basis ihrer aktuellen Daten fundierte Geschäftsentscheidungen zu treffen. 43 % vertrauen ihren Daten nicht, und rund die Hälfte (49 %) kämpft mit isolierten, uneinheitlichen Datenbeständen inklusive Duplikaten. 
  • 48 % der Versicherer und 34 % der Banken und Finanzunternehmen haben bereits gescheiterte KI-Projekte aufgrund schlechter Datenqualität erlebt. 

In den nächsten 12 Monaten planen deutsche FS&I-Unternehmen, externe Hilfe in Anspruch zu nehmen, um diese Herausforderungen zu bewältigen: 

  • 65 % der Banken suchen nach neuen Technologien, im Vergleich zu 46 % der Versicherer. 
  • 59 % der Finanzdienstleister und 46 % der Versicherer möchten die Datenqualität verbessern. 
     

Perspektive Schweiz

Drittparteirisiken und Compliance stellen Schweizer Unternehmen vor Herausforderungen

In der Schweiz bereiten eine Vielzahl von Risiken im Zusammenhang mit Drittparteien und deren externem Umfeld den FS&I-Führungskräften Sorgen. Ähnlich wie ihre deutschen Kollegen sind die meisten Befragten in der Schweiz besorgt über Betrug (87 %) und Cyberrisiken (83 %).

Allerdings fühlen sie sich auch in weiteren Bereichen verwundbar und erhöhen ihre Investitionen, um besser vorbereitet zu sein.
 

Makroökonomische Risiken 

  • 86 % der Versicherer und 78 % der Finanzdienstleister sind besorgt über Risiken durch die gesamtwirtschaftliche Lage. 
  • 78 % der Versicherer und 70 % der Banken sorgen sich heute mehr über makroökonomische Risiken als noch vor 18 Monaten. 
  • Im Durchschnitt haben 52 % der Organisationen ihre Investitionen zur makroökonomischen Risikominderung in den letzten 18 Monaten erhöht. 
     

Rechtliche und Compliance-Risiken 

  • 78 % der Versicherer und 82 % der Finanzunternehmen fühlen sich durch regulatorische Risiken verwundbar. Drei Viertel der Versicherer und zwei Drittel der Banken sind heute besorgter als vor 18 Monaten. 
  • Ursache ist die zunehmende Komplexität und Dynamik der Regulierung: Im Durchschnitt kämpfen 45 % mit der Erfüllung von Berichtspflichten, 39 % müssen fragmentierte Vorschriften in verschiedenen Regionen managen, und 38 % nennen die Anpassung an sich verändernde Sanktionsregime als zentrales Problem. 
  • 66 % der Versicherer und 58 % der Finanzunternehmen haben ihre Investitionen zur Risikominderung in diesem Bereich erhöht. 
     

Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) 

  • 83 % der Versicherer und 74 % der Banken sind besorgt über ESG-Risiken für ihr Unternehmen, und 62 % sehen darin eine wachsende Herausforderung. 
  • 37 % der Unternehmen nennen die Einhaltung ESG-bezogener Vorschriften als eines der wichtigsten aktuellen Probleme. 
  • Obwohl Versicherer ESG als höheres Risiko einstufen als Finanzunternehmen, haben 52 % der Versicherer und 58 % der Banken ihre Investitionen zur ESG-Risikominderung erhöht. 

Diese Investitionen sind ein positives Zeichen, denn 97 % der Befragten gaben an, dass ihr Unternehmen bereits negative Auswirkungen durch mangelnde Vorbereitung auf Drittparteirisiken erlebt hat. Dazu zählen entgangene Geschäftschancen, Sicherheitsverletzungen, finanzielle Verluste (geschätzt auf rund 263.000 USD / 210.000 CHF / 222.000 EUR pro Vorfall) sowie Reputationsschäden. 
 

Der KMU-Markt 

Unser Bericht zeigt, dass etwas mehr als die Hälfte der Kundenbasis von FS&I-Unternehmen in der Schweiz aus kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) besteht – bei Versicherern sind es 58 %, bei Finanzunternehmen 55 %. 

KMU verfügen oft nicht über die Ressourcen oder Reife, um regulatorische Standards zu erfüllen, notwendige Informationen bereitzustellen oder fortschrittliche Tools zur Risikobewertung zu nutzen. Dadurch ist es schwierig, Risiken durch kleine Lieferanten, Kunden und Geschäftspartner klar zu erkennen – was zu den oben genannten Problemen führen kann. 
 

Datenmisstrauen und mangelnde Unterstützung 

Auf die Frage nach ihrer größten Sorge für 2026 nannten über die Hälfte (55 %) der Unternehmen schlechte Datenqualität. 

Konkrete Herausforderungen sind Misstrauen gegenüber Daten sowie Probleme beim Zugriff und Teilen: 

  • 79 % der Versicherer und 56 % der Finanzdienstleister vertrauen ihren Daten nicht. 
  • Nur ein Viertel der Versicherer und ein Drittel der Banken/Zahlungsdienstleister glauben, mit ihren aktuellen Daten fundierte Entscheidungen treffen zu können – 58 % kämpfen mit Duplikaten, 61 % mit isolierten Datensilos. 
  • Nur 29 % glauben, dass ihre Daten eine effektive Überwachung von Compliance und nicht-finanziellen Risiken ermöglichen. 
  • 70 % der Schweizer Versicherer und 61 % der Finanzunternehmen haben bereits gescheiterte KI-Projekte aufgrund schlechter Daten erlebt. 

Stattdessen verlassen sich viele Schweizer FS&I-Unternehmen auf nicht verifizierte Datenquellen zur Bewertung von Drittparteirisiken. Über ein Drittel (35 % der Versicherer und 39 % der Finanzunternehmen) nutzen Suchmaschinen oder AI-Tools zur Informationsbeschaffung über Risiken. 

Darüber hinaus zeigt die Analyse, dass durchschnittlich 56 % der Entscheidungsprozesse in Schweizer FS&I-Unternehmen vollständig oder überwiegend manuell ablaufen. 

All dies deutet auf Ineffizienzen und mangelnde Bereitschaft für komplexe Technologieinvestitionen und KI hin. Ohne eine solide Datenbasis und kulturelle Akzeptanz wird die Einführung neuer Technologien weiterhin ins Stocken geraten. 

Es gibt auch gute Nachrichten: Unternehmen suchen aktiv nach Unterstützung: 

  • 68 % der Versicherer und 64 % der Finanzunternehmen sehen Beratungsbedarf. 
  • 63 % der Versicherer und 61 % der Finanzunternehmen wollen Technologien einsetzen, um Prozesse zu verbessern. 
  • 51 % der Versicherer und 60 % der Finanzunternehmen möchten Datenvolumen und -genauigkeit erhöhen. 

Der Weg zur Resilienz ist nicht linear. Während Unternehmen sich auf 2026 und darüber hinaus vorbereiten, werden die Fähigkeit, Risiken zu managen, vertrauenswürdige Daten zu nutzen und KI verantwortungsvoll einzusetzen, die Führungskräfte von morgen auszeichnen. 
 

Dieser Teaser bietet eine auf Deutschland und die Schweiz fokussierte Vorschau. Der vollständige globale Bericht behandelt die folgenden Themen: 

  • Regionale Unterschiede in der Risikowahrnehmung und den Investitionen in Großbritannien, Deutschland, der Schweiz, Schweden und den USA 
  • Branchenspezifische Strategien zur Resilienz 
  • Fallstudien erfolgreicher Transformation 
  • Empfehlungen für Führungskräfte 

Möchten Sie wissen, wie sich die Finanz- und Versicherungsbranche in Deutschland und der Schweiz im internationalen Vergleich schlägt? 

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